Wie kommen wir darauf, daß die Normalität eine leidfreie Welt wäre?
Seit März ist nun mein neues Buch ,Gottes Begrenzung von Leid' draußen. Wird mal Zeit, daß ich hier mal Werbung in eigener Sache mache.
Wenn man das Thema erblickt, denkt man vielleicht: Was ist denn das für ein merkwürdiger Titel? Oder allein schon der Hinweis auf den Aspekt ,Leid' kann zur Aussage verleiten: Nicht noch ein Buch über Leid! Ehrlich gesagt, wäre ich nicht der Autor, so würde es mir wahrscheinlich ebenso ergehen. Unzählig sind die Bücher, welche zu diesem Thema verfaßt wurden.
Ebenso wird auch immer wieder die Frage laut, in wieweit theoretische Auseinadersetzungen mit der Leidfrage überhaupt einen Sinn haben. Treffen all diese möglichen Erkenntnisse wirklich den Kern, der in der Lage wäre, die lähmende Wucht leidvoller Erfahrungen abzufangen? Ein bekannter Theologe hat hierzu mal gefragt: „Was nützt das Bemühen um argumentative Schlüssigkeit und rationale Rechtfertigung am Bett todkranker Menschen, in der seelsorgerlichen Begleitung Trauender oder in der sprachlosen Verzweiflung angesichts der natürlichen und sittlichen Katastrophen der Menschheitsgeschichte?“ (Kreiner, 1998, S. 395) Auch hier muß ich eingestehen, daß solche Anfragen mehr als gerechtfertigt sind.
Grob gesagt gibt es in der Leidfrage drei Ebenen, die es zu beleuchten gälte: 1. Metaebene (Theorie). 2. Eigenes Leid. 3. Das Leid in der Welt, an dem wir unterschiedlich Anteil nehmen. Dieses Buch beschäftigt sich mit der eher theoretischen Ebene, weshalb die eben erwähnte kritische Anfrage an einen hypothetischen Aufwand um so gewichtiger erscheint. Warum also dieses Buch?
Natürlich kommen wir auch hier nicht umher auf vielleicht Bekanntes und Durchdachtes zum Thema Leid zurückzugreifen, um den Gesamtzusammenhang besser zu verstehen. Doch das Hauptanliegen des Buches ist der Versuch, die Frage nach dem Ursprung und Sinn von Leid immer wieder aus einer anderen Perspektive, einem anderen Blickwinkel zu betrachten: die Leidfrage aus der Sicht Gottes. Die meisten Bücher, die ich kenne, beschäftigen sich im Kern damit zu fragen, warum Gott Leid zuläßt und beschreiben somit vielfach die Sicht des Menschen. Hier wird darüber nachgedacht, warum Gott bei Leid nicht eingreift. Dadurch entsteht das Bild eines untätigen Gottes. Doch wie kommen wir darauf, daß Gott untätig ist, nur weil er in einer Situation vermeintlich nicht eingreift? Nicht wenig höre ich aus Anklagen gegenüber Gott folgende Meinung heraus: ,Normalerweise könnten wir hier auf der Welt ein schönes, friedliches Leben führen, wenn nur Gott all das Leid auf der Welt wegnehmen würde.’ Hier ist man also der Ansicht, daß die Normalität hier auf Erden ein Leben ohne Leid ist. Auch an dieser Stelle frage ich: Wie kommen wir darauf, daß die Normalität eine leidfreie Welt ist?
Soweit ein paar einführende Gedanken. Wenn es dich interessiert, dann findest du unter www.gottes-begrenzung-von-leid.de weitere Leseproben und Infos rund um das Buch. Sei aber vorsichtig, das Buch könnte dich an manchen Stellen sehr herausfordern. Schau doch mal vorbei!
Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen!
Samstag, 28. Juni 2008
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Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
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05:20
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Philosophie,
Theologie
Mittwoch, 4. Juni 2008
Fundamentalismus ist das Gegenteil von wirklichem Glauben!
Zugegeben, das Schlagwort ,Fundamentalismus‘ ist ein zunehmend unklarer und unscharfer Begriff. Vielfach wird der Begriff als Etikett für Andersdenkende benutzt, die einem unsympathisch sind gar bedrohlich wirken. Ich bin kein Freund des Begriffes. Aber wir haben nun mal keinen anderen, weshalb wir uns – hier in Bezug auf die Christen – damit auseinanderzusetzen haben.
So mancher Christ schreit auf, wenn er als ,Fundamentalist‘ bezeichnet wird, weil er auf der Bibel basierende Werte einsteht. Oft zu recht, doch leider auch immer wieder zu unrecht. Zunächst ist es sicherlich falsch, alle Christen in einen Topf zu werfen und sie als Fundamentalisten zu bezeichnen. Ich denke daß es zu unterscheiden gilt zwischen Christen, die ein ,Fundament haben' und ,Fundamentalist zu sein'. Die Tatsache, ein Fundament zu haben, teilen Christen an sich mit allen Menschen. Jeder Mensch hat sozusagen Fundamente, die sein Denken und Tun bestimmen, ob wir es merken oder nicht, ob es uns passt oder nicht.
Was das christliche Fundament betrifft, so bildet der Kern des Fundamentes die Liebe und Beziehung zu Jesus Christus. Das Fundament bildet nicht eine Ideologie, sondern eine Person. In Verbindung mit Christus steht untrennbar sein Wort, die Bibel. Christl. Fundamentalismus ist genau das Gegenteil davon. Er geschieht dort, wo Liebe und Beziehung zu Jesus, die Person aus dem Zentrum gerückt wird und unter Berufung auf die ,reine, absolute Wahrheit‘ der Dogmatismus ihren Platz einnimmt. Christlicher Fundamentalismus hat mit wirklichen Glauben an Jesus Christus wenig zu tun. Vielmehr geht es inhaltlich darum, ein Glaubenssystem, welches man als die sogenannte ,reine Lehre‘, daß wahre, allein heilsbringende Evangelium bezeichnet, um jeden Preis nach innen und nach außen zu stabilisieren. Hier verkommt der Glaube zu einem leblosen Geschwafel, welches in der Regel zu ein und demselben Ergebnis führt: Zerstörung der christl. Einheit; Abgrenzung und Spaltung unter Christen.
Wie auch die neuste Debatte um die Emerging Church Bewegung zeigt (http://www.p-shuttle.de/dosi/) ist der christliche Fundamentalismus im Reich Gottes nicht wenig vertreten. Nein, hier werden keine Menschen getötet. Doch die Art und Weise, wie christl. Fundamentalisten über ihre sogenannten Glaubensgeschwister herfallen, wenn diese eine andere Glaubensauffassung haben, grenzt nicht wenig an Rufmord und hinterlässt stets schlimme persönliche Verletzungen und eine geistliche Verwüstung.
Christliche Fundamentalisten, sind geistliche Fanantiker und somit ein Schande für das ganze Christentum. Nicht wenig treten sie in apologetischer Manier mit einer unglaublichen Arroganz (zu meinen, man habe die absolute Erkenntnis) auf, um die Christenheit vor Irrlehrern zu warnen, die ihrer Meinung nach innerhalb der Freikirchen erwachsen sind (http://www.das-wort-der-wahrheit.de/). In der Regel werden diese sogenannten Irrlehren als Zeichen der Endzeit (Hure Babylon) ausgemacht. Völlig undifferenziert und persönlich verletzend werden Geschwister in einer Art und Weise unter Beschuss genommen, daß ich mir bei Leibe nicht erklären kann, wie sie diesen Umgang vor unserem Gott vertreten wollen. Vielleicht trifft das Endzeitliche Wort auf sie selbst zu, nach dem es heißt, daß am Ende der Zeit in vielen die Liebe erkalten wird.
Nein, es bleibt dabei! Ich möchte als Christ Fundament haben. Aber mit Fundamentalismus will ich nichts zu tun haben, denn dieser hat mit wirklichem christlichen Glauben nichts zu tun!
Zugegeben, das Schlagwort ,Fundamentalismus‘ ist ein zunehmend unklarer und unscharfer Begriff. Vielfach wird der Begriff als Etikett für Andersdenkende benutzt, die einem unsympathisch sind gar bedrohlich wirken. Ich bin kein Freund des Begriffes. Aber wir haben nun mal keinen anderen, weshalb wir uns – hier in Bezug auf die Christen – damit auseinanderzusetzen haben.
So mancher Christ schreit auf, wenn er als ,Fundamentalist‘ bezeichnet wird, weil er auf der Bibel basierende Werte einsteht. Oft zu recht, doch leider auch immer wieder zu unrecht. Zunächst ist es sicherlich falsch, alle Christen in einen Topf zu werfen und sie als Fundamentalisten zu bezeichnen. Ich denke daß es zu unterscheiden gilt zwischen Christen, die ein ,Fundament haben' und ,Fundamentalist zu sein'. Die Tatsache, ein Fundament zu haben, teilen Christen an sich mit allen Menschen. Jeder Mensch hat sozusagen Fundamente, die sein Denken und Tun bestimmen, ob wir es merken oder nicht, ob es uns passt oder nicht.
Was das christliche Fundament betrifft, so bildet der Kern des Fundamentes die Liebe und Beziehung zu Jesus Christus. Das Fundament bildet nicht eine Ideologie, sondern eine Person. In Verbindung mit Christus steht untrennbar sein Wort, die Bibel. Christl. Fundamentalismus ist genau das Gegenteil davon. Er geschieht dort, wo Liebe und Beziehung zu Jesus, die Person aus dem Zentrum gerückt wird und unter Berufung auf die ,reine, absolute Wahrheit‘ der Dogmatismus ihren Platz einnimmt. Christlicher Fundamentalismus hat mit wirklichen Glauben an Jesus Christus wenig zu tun. Vielmehr geht es inhaltlich darum, ein Glaubenssystem, welches man als die sogenannte ,reine Lehre‘, daß wahre, allein heilsbringende Evangelium bezeichnet, um jeden Preis nach innen und nach außen zu stabilisieren. Hier verkommt der Glaube zu einem leblosen Geschwafel, welches in der Regel zu ein und demselben Ergebnis führt: Zerstörung der christl. Einheit; Abgrenzung und Spaltung unter Christen.
Wie auch die neuste Debatte um die Emerging Church Bewegung zeigt (http://www.p-shuttle.de/dosi/) ist der christliche Fundamentalismus im Reich Gottes nicht wenig vertreten. Nein, hier werden keine Menschen getötet. Doch die Art und Weise, wie christl. Fundamentalisten über ihre sogenannten Glaubensgeschwister herfallen, wenn diese eine andere Glaubensauffassung haben, grenzt nicht wenig an Rufmord und hinterlässt stets schlimme persönliche Verletzungen und eine geistliche Verwüstung.
Christliche Fundamentalisten, sind geistliche Fanantiker und somit ein Schande für das ganze Christentum. Nicht wenig treten sie in apologetischer Manier mit einer unglaublichen Arroganz (zu meinen, man habe die absolute Erkenntnis) auf, um die Christenheit vor Irrlehrern zu warnen, die ihrer Meinung nach innerhalb der Freikirchen erwachsen sind (http://www.das-wort-der-wahrheit.de/). In der Regel werden diese sogenannten Irrlehren als Zeichen der Endzeit (Hure Babylon) ausgemacht. Völlig undifferenziert und persönlich verletzend werden Geschwister in einer Art und Weise unter Beschuss genommen, daß ich mir bei Leibe nicht erklären kann, wie sie diesen Umgang vor unserem Gott vertreten wollen. Vielleicht trifft das Endzeitliche Wort auf sie selbst zu, nach dem es heißt, daß am Ende der Zeit in vielen die Liebe erkalten wird.
Nein, es bleibt dabei! Ich möchte als Christ Fundament haben. Aber mit Fundamentalismus will ich nichts zu tun haben, denn dieser hat mit wirklichem christlichen Glauben nichts zu tun!
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Sonntag, 11. Mai 2008
Endlich Verfolgung in Deutschland … ?
Nein ehrlich, so würde sich niemand äußern, würde man ihn auf den Gegenwind … oder soll ich besser sagen … Gegenlüftchen beim Christival ansprechen würde. Nein, daß wäre ein bisschen übertrieben, angesichts vieler realen Verfolgungen der Christen weltweit, in der Geschwister ums Leben kommen. Aber vielleicht ist ein Anfang? Oder denken wir Christen etwa, daß wenn wir ,aufstehen’ (in Anspielung auf Parzani) und als Christen Einfluß auf die Gesellschaft nehmen wollen, wenn wir transformativ sein wollen, daß die sogenannte Welt ausgerechnet auf uns wartet und uns mit offenen Armen empfängt? Natürlich geht es nicht darum den berühmten Teufel an die Wand zu malen. Dennoch können wir nicht so naiv sein und glauben, daß die Eindeutigkeit, mit der wir für christliche Werte, für unseren Glauben, für Jesus Christus einstehen, keinen Preis hat. Ist dieser Gegenwind, wäre Verfolgung nicht eher ein Zeuge dafür, daß die deutschen Christen ihre Sofas und reich gedeckten Tische verlassen haben und mit Nachdruck in dieser Gesellschaft wieder Einfluß nehmen, die Welt mitgestalten wollen? Wäre Gegenwind, wäre Verfolgung nicht etwa eine logische Konsequenz genau davon? Und war es in den letzten Jahren nicht deshalb um die deutschen Christen so ruhig bestellt, weil sie nur in den Gemeinden ein großes Mundwerk hatten, einen großen und mächtigen Gott verkündigten, aber in der Gesellschaft nicht wirklich etwas zu sagen hatten? Ich wünsche mir mehr Gegenwehr, ich wünsche mir gar Verfolgung, nicht weil ich nicht darauf verzichten könnte, oder gar masochistisch veranlagt wäre. Nein, ich wünsche mir im dem Sinne Verfolgung, wenn sie ein Zeichen dafür ist, daß wir Christen unser Käseglocke und Privatkonsumchristentum aufgegeben haben und aufgestanden sind, um diese Welt nicht sich selbst zu überlassen, sondern ihr zu dienen, ihr Jesus Christus in Wort und Tat zu bringen, auf das soziale und politische Geschehen der Welt konkret Einfluß nehmen. Ich wünsche mir in dem Sinne mehr Gegenwind, wenn er ein Zeichen dafür ist, daß Christen vom Verwalter zu Gestalter geworden sind und nicht beim ersten Lüftchen zusammenzucken, wenn ein grünes Männchen, etwas mit dem Säbel rasselt.
Nein ehrlich, so würde sich niemand äußern, würde man ihn auf den Gegenwind … oder soll ich besser sagen … Gegenlüftchen beim Christival ansprechen würde. Nein, daß wäre ein bisschen übertrieben, angesichts vieler realen Verfolgungen der Christen weltweit, in der Geschwister ums Leben kommen. Aber vielleicht ist ein Anfang? Oder denken wir Christen etwa, daß wenn wir ,aufstehen’ (in Anspielung auf Parzani) und als Christen Einfluß auf die Gesellschaft nehmen wollen, wenn wir transformativ sein wollen, daß die sogenannte Welt ausgerechnet auf uns wartet und uns mit offenen Armen empfängt? Natürlich geht es nicht darum den berühmten Teufel an die Wand zu malen. Dennoch können wir nicht so naiv sein und glauben, daß die Eindeutigkeit, mit der wir für christliche Werte, für unseren Glauben, für Jesus Christus einstehen, keinen Preis hat. Ist dieser Gegenwind, wäre Verfolgung nicht eher ein Zeuge dafür, daß die deutschen Christen ihre Sofas und reich gedeckten Tische verlassen haben und mit Nachdruck in dieser Gesellschaft wieder Einfluß nehmen, die Welt mitgestalten wollen? Wäre Gegenwind, wäre Verfolgung nicht etwa eine logische Konsequenz genau davon? Und war es in den letzten Jahren nicht deshalb um die deutschen Christen so ruhig bestellt, weil sie nur in den Gemeinden ein großes Mundwerk hatten, einen großen und mächtigen Gott verkündigten, aber in der Gesellschaft nicht wirklich etwas zu sagen hatten? Ich wünsche mir mehr Gegenwehr, ich wünsche mir gar Verfolgung, nicht weil ich nicht darauf verzichten könnte, oder gar masochistisch veranlagt wäre. Nein, ich wünsche mir im dem Sinne Verfolgung, wenn sie ein Zeichen dafür ist, daß wir Christen unser Käseglocke und Privatkonsumchristentum aufgegeben haben und aufgestanden sind, um diese Welt nicht sich selbst zu überlassen, sondern ihr zu dienen, ihr Jesus Christus in Wort und Tat zu bringen, auf das soziale und politische Geschehen der Welt konkret Einfluß nehmen. Ich wünsche mir in dem Sinne mehr Gegenwind, wenn er ein Zeichen dafür ist, daß Christen vom Verwalter zu Gestalter geworden sind und nicht beim ersten Lüftchen zusammenzucken, wenn ein grünes Männchen, etwas mit dem Säbel rasselt.
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Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
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Sonntag, 27. April 2008
Renaissance des Calvinismus?
Hatte vor kurzem Gelegenheit mit einem Theologie – Prof aus Kentucky zu quatschen. Er versteht sich als Calvinist.
Zwischenfrage: Was den ein Calvinist? Na ja, ein Calvinist glaubt zunächst, mal gaaaanz schlicht ausgedrückt, daß der Mensch seit dem Sündenfall völlig verdorben ist und deshalb u. a. keinen freien Willen mehr besitzt. Deshalb kann er quasi nicht mehr aus sich heraus zu Gott finden, ganz zu schweigen davon, daß er sich zu Gott bekehren könnte. Wie kann er dann erlöst, gerettet werden? Hier glauben die Calvinisten, daß Gott die Menschen in zwei Gruppen eingeteilt hat. Die einen hat er vorherbestimmt zu ewigen Leben, die anderen zur ewigen Verdammnis. Man spricht hier von einer ,Doppelten Vorherbestimmung (Prädestination)’. Man versteht dies als souveränen Akt Gottes. Somit hat Evangelisation nur noch den Sinn, daß man die bereits Erwählten sammelt und sie jetzt schon zu Nachfolgern Jesu macht.
Gut jedenfalls hat mir der Prof erzählt, daß der Calvinismus z. Zt. in Amerika eine regelrechte Renaissance erfährt. Es formiert sich zunehmend eine neue Bewegung von Calvinisten. Eine zentrale Rolle nimmt hier das ,Southern Baptist Theological Seminary ein, welches mit über 4000 Studenten eine der größten theologischen Ausbildungsstätten stellt. Vor kurzem war eine Konferenz mit mehreren tausend Pastoren in Kentucky, von denen die meisten mehr oder weniger an die doppelte Vorherbestimmung glauben. Erfährt hier der Calvinismus eine Renaissance?
Also, bestimmt wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Aber irgendwie wäre es doch eine logische Konsequenz, grins. Nachdem in Punkto Evangelisation nicht mehr viel ging, die Missionszelte immer leerer wurden, da kam zunehmend Willow Creek auf. Ihr auf Kirchendistanzierte ausgerichtete Gottesdienste und Gemeindekonzepte waren sehr ansprechend, einleuchtend und fruchtbar. Im Zuge der Postmoderne kommt jetzt die Missional Church und verdeutlicht mit Recht, daß Mission mehr inkarnatorisch, kontextuell, kulturellevant oder auch inkulturell verstanden werden muß. (diese Notwendigkeit sehe ich übrigens unabhängig von der Postmoderne grundsätzlich als biblisch gegeben an)
Da liegt es doch auf der Hand, daß die Kritiker sich irgendwann – vielleicht in 10 Jahren – mehr und mehr über eine Verflachung des Evangeliums beklagen, weil vielleicht auch die Missional Church auf der anderen Seite des Pferdes herunter gefallen ist. Also, da wäre doch rein turnusmäßig mal wieder die Betonung einer anderen Seite dran, oder? Und siehe da, die Rettung naht: die Calvinisten kommen! Und die sagen: April, April, eigentlich war alles umsonst. Wir brauchen in dem Sinn keine Evangelisation oder Missional Church. Wer gerettet wird oder nicht, ist doch eh schon lange abgecheckt, also: Kommando zurück! Wir sollten uns wieder mehr auf unseren inneren Werte konzentrieren wie: z. B. auslegende Predigt; biblische Theologie; biblische Gemeindezucht; biblische Leiterschaft usw.. Wenn Evangelisation, dann doch nur um die bereits Erwählten zu sammeln, um sie jetzt schon zu leidenschaftlichen Nachfolgern zu machen.
Ich weiß gar nicht ob ich jetzt lachen oder weinen soll. Na ja, bis dahin ist es ja noch ein bißchen hinne. Und zudem ist das alles hier nur ein übertriebener Scherz, gell. Schau mer mal.
Hatte vor kurzem Gelegenheit mit einem Theologie – Prof aus Kentucky zu quatschen. Er versteht sich als Calvinist.
Zwischenfrage: Was den ein Calvinist? Na ja, ein Calvinist glaubt zunächst, mal gaaaanz schlicht ausgedrückt, daß der Mensch seit dem Sündenfall völlig verdorben ist und deshalb u. a. keinen freien Willen mehr besitzt. Deshalb kann er quasi nicht mehr aus sich heraus zu Gott finden, ganz zu schweigen davon, daß er sich zu Gott bekehren könnte. Wie kann er dann erlöst, gerettet werden? Hier glauben die Calvinisten, daß Gott die Menschen in zwei Gruppen eingeteilt hat. Die einen hat er vorherbestimmt zu ewigen Leben, die anderen zur ewigen Verdammnis. Man spricht hier von einer ,Doppelten Vorherbestimmung (Prädestination)’. Man versteht dies als souveränen Akt Gottes. Somit hat Evangelisation nur noch den Sinn, daß man die bereits Erwählten sammelt und sie jetzt schon zu Nachfolgern Jesu macht.
Gut jedenfalls hat mir der Prof erzählt, daß der Calvinismus z. Zt. in Amerika eine regelrechte Renaissance erfährt. Es formiert sich zunehmend eine neue Bewegung von Calvinisten. Eine zentrale Rolle nimmt hier das ,Southern Baptist Theological Seminary ein, welches mit über 4000 Studenten eine der größten theologischen Ausbildungsstätten stellt. Vor kurzem war eine Konferenz mit mehreren tausend Pastoren in Kentucky, von denen die meisten mehr oder weniger an die doppelte Vorherbestimmung glauben. Erfährt hier der Calvinismus eine Renaissance?
Also, bestimmt wird nicht alles so heiß gegessen wie es gekocht wird. Aber irgendwie wäre es doch eine logische Konsequenz, grins. Nachdem in Punkto Evangelisation nicht mehr viel ging, die Missionszelte immer leerer wurden, da kam zunehmend Willow Creek auf. Ihr auf Kirchendistanzierte ausgerichtete Gottesdienste und Gemeindekonzepte waren sehr ansprechend, einleuchtend und fruchtbar. Im Zuge der Postmoderne kommt jetzt die Missional Church und verdeutlicht mit Recht, daß Mission mehr inkarnatorisch, kontextuell, kulturellevant oder auch inkulturell verstanden werden muß. (diese Notwendigkeit sehe ich übrigens unabhängig von der Postmoderne grundsätzlich als biblisch gegeben an)
Da liegt es doch auf der Hand, daß die Kritiker sich irgendwann – vielleicht in 10 Jahren – mehr und mehr über eine Verflachung des Evangeliums beklagen, weil vielleicht auch die Missional Church auf der anderen Seite des Pferdes herunter gefallen ist. Also, da wäre doch rein turnusmäßig mal wieder die Betonung einer anderen Seite dran, oder? Und siehe da, die Rettung naht: die Calvinisten kommen! Und die sagen: April, April, eigentlich war alles umsonst. Wir brauchen in dem Sinn keine Evangelisation oder Missional Church. Wer gerettet wird oder nicht, ist doch eh schon lange abgecheckt, also: Kommando zurück! Wir sollten uns wieder mehr auf unseren inneren Werte konzentrieren wie: z. B. auslegende Predigt; biblische Theologie; biblische Gemeindezucht; biblische Leiterschaft usw.. Wenn Evangelisation, dann doch nur um die bereits Erwählten zu sammeln, um sie jetzt schon zu leidenschaftlichen Nachfolgern zu machen.
Ich weiß gar nicht ob ich jetzt lachen oder weinen soll. Na ja, bis dahin ist es ja noch ein bißchen hinne. Und zudem ist das alles hier nur ein übertriebener Scherz, gell. Schau mer mal.
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Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
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11:59
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Donnerstag, 17. April 2008
Ich maile, also bin ich!
Aufmerksamkeit als neue Währung unserer Zeit
Hab die Woche ein nettes Essay zum oben stehen Thema gelesen. Die Autorin, Miriam Meckel, ist Professorin für Unternehmenskommunikation an der Uni St. Gallen. Sie schreibt darüber, wie der Mensch als ,homo connectus’ auf der einen Seite permanent vernetzt und empfangsbereit sein will und sich gleichzeitig doch geplagt oder gar überfordert sieht.
Einer Umfrage im Auftrag von Newsweek zur Folge, glauben 70% der Befragten, nicht mehr ohne e-mail leben zu können. 60% davon glauben, daß ihre Arbeit dadurch effizienter wird. Doch 94% derselben Befragten klagen darüber, daß sie pro Tag 1 Stunde mit damit verbringen zahllose Nachrichten zu beantworten oder unwichtige zu löschen. Einer weiteren aktuellen Studie eines Management College in England zur Folge, schätzen deren Autoren, daß Manager 3,5 Jahre ihres Lebens mit irrelevanten e-mails verschwenden.
Hinzu kommt, daß niemand auf die Idee käme, eine akute Überforderung zuzugeben. Es sei geradezu seltsam, welche Maßnahmen zuweilen entwickelt werden, um sich bestehender Überforderung zu erwehren. Man benutzt die Kommunikation als Alibi, um zu lügen: ,Kein Handyempfang’, ,Klingeln nicht gehört’, ,Funkloch’, Akku war leer’, ,der Mailserver hatte Probleme’ usw.. Ihr treffender Kommentar hierzu: Wer lügen muß, um sich eine Atempause zu gönnen, der traut sich nicht zu sagen, das er einfach mal abschalten muß.
Der Grund der ständigen Erreichbarkeit sieht sie in dem Wunsch nach Aufmerksamkeit. Der Mensch will beachtet werden, er will mitmachen im Spiel der Wichtigen und Wahrgenommenen. Es sei eine Frage der Identität: Ich maile, also bin ich! Aufmerksamkeit sei die neue Währung unserer Zeit, für alles, was wir erleben und erfahren wollen. Wie definieren uns vornehmlich über den Grad der Vernetzung und den Umfang der Erreichbarkeit. Hinzu kommt die Angst etwas verpassen zu wollen. Und so wird aus der Sehnsucht nach Aufmerksamkeit mit der damit einhergehenden Erreichbarkeit ein Teufelskreis.
Ich denke es geht hier nicht darum ob wir diese wichtigen Dinge benutzten sollen, wie ich es gerade eben tue. Es geht darum zu Fragen habe ich meinen Kommunikationsmittel im Griff, oder haben sie mich im Griff? Was bestimmt mein Leben? Um dies rauszufinden, um zu prüfen, was ein ausgewogener individueller Informationsmix für mich wäre, sollten ich den Mut haben mal abzuschalten.
Mal abzuschalten ist wichtig:
a. um prüfen zu können: Wie lange geht es eigentlich ohne? Werde ich beherrscht?; um zu prüfen, ob ich noch selbst entscheide, ob und wie ich kommunizieren will oder ob es andere tun
b. um innezuhalten und zu überlegen: Was war wirklich wichtig, was hat mit gedient, und wo habe ich mehr Zeit verschwendet als mir lieb war, wo wurde ich gar beraubt? Wo habe ich andere angelogen, weil ich nicht zugeben wollte, daß ich einfach nicht mehr kann!
c. um zu fragen: Warum will ich eigentlich ständig erreichbar sein? Wie wichtig ist mir Aufmerksamkeit? Gerade als Christ gilt: In erster Linie bin ich nicht, weil maile, simse, oder mich jemand anruft. Ich bin, weil Gott mich anspricht, mir begegnet und mir gegenübersteht. Bin ich in meiner ständigen Erreichbarkeit noch erreichbar für Gott? Das Ich ist, wie Buber es ausdrückt, nur im Grundwort Ich-Du.
d. um dem Menschen Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, dem sie gerade gebührt. Wenn ich ständig ein Gespräch, eine Gemeinschaft, eine Versammlung verlasse, weil mein Handy klingelt, dann mag es für dich aufregend sein, deinen Mitmenschen signalisierst du jedoch: du bist mir jetzt nicht so wichtig. Die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit führt oft zum Fehlverhalten anderen gegenüber. Auch gegenüber Gott, wenn ich z. B. mitten im Gottesdienst simse.
e. um Information wieder sinnvoll registrieren, verarbeiten und ver- bzw. bewerten zu können
Ständige Erreichbarkeit ist ein Luxus unserer Zeit und er ist oftmals von Nöten. Wahrer Luxus ist jedoch technisch unerreichbar zu sein und im gleichen Augenblick für jemanden da zu sein. Wissen ist noch kein Leben!
In diesem Sinne, mach ich jetzt den Computer aus und Du?
Schalt doch mal aus!
Aufmerksamkeit als neue Währung unserer Zeit
Hab die Woche ein nettes Essay zum oben stehen Thema gelesen. Die Autorin, Miriam Meckel, ist Professorin für Unternehmenskommunikation an der Uni St. Gallen. Sie schreibt darüber, wie der Mensch als ,homo connectus’ auf der einen Seite permanent vernetzt und empfangsbereit sein will und sich gleichzeitig doch geplagt oder gar überfordert sieht.
Einer Umfrage im Auftrag von Newsweek zur Folge, glauben 70% der Befragten, nicht mehr ohne e-mail leben zu können. 60% davon glauben, daß ihre Arbeit dadurch effizienter wird. Doch 94% derselben Befragten klagen darüber, daß sie pro Tag 1 Stunde mit damit verbringen zahllose Nachrichten zu beantworten oder unwichtige zu löschen. Einer weiteren aktuellen Studie eines Management College in England zur Folge, schätzen deren Autoren, daß Manager 3,5 Jahre ihres Lebens mit irrelevanten e-mails verschwenden.
Hinzu kommt, daß niemand auf die Idee käme, eine akute Überforderung zuzugeben. Es sei geradezu seltsam, welche Maßnahmen zuweilen entwickelt werden, um sich bestehender Überforderung zu erwehren. Man benutzt die Kommunikation als Alibi, um zu lügen: ,Kein Handyempfang’, ,Klingeln nicht gehört’, ,Funkloch’, Akku war leer’, ,der Mailserver hatte Probleme’ usw.. Ihr treffender Kommentar hierzu: Wer lügen muß, um sich eine Atempause zu gönnen, der traut sich nicht zu sagen, das er einfach mal abschalten muß.
Der Grund der ständigen Erreichbarkeit sieht sie in dem Wunsch nach Aufmerksamkeit. Der Mensch will beachtet werden, er will mitmachen im Spiel der Wichtigen und Wahrgenommenen. Es sei eine Frage der Identität: Ich maile, also bin ich! Aufmerksamkeit sei die neue Währung unserer Zeit, für alles, was wir erleben und erfahren wollen. Wie definieren uns vornehmlich über den Grad der Vernetzung und den Umfang der Erreichbarkeit. Hinzu kommt die Angst etwas verpassen zu wollen. Und so wird aus der Sehnsucht nach Aufmerksamkeit mit der damit einhergehenden Erreichbarkeit ein Teufelskreis.
Ich denke es geht hier nicht darum ob wir diese wichtigen Dinge benutzten sollen, wie ich es gerade eben tue. Es geht darum zu Fragen habe ich meinen Kommunikationsmittel im Griff, oder haben sie mich im Griff? Was bestimmt mein Leben? Um dies rauszufinden, um zu prüfen, was ein ausgewogener individueller Informationsmix für mich wäre, sollten ich den Mut haben mal abzuschalten.
Mal abzuschalten ist wichtig:
a. um prüfen zu können: Wie lange geht es eigentlich ohne? Werde ich beherrscht?; um zu prüfen, ob ich noch selbst entscheide, ob und wie ich kommunizieren will oder ob es andere tun
b. um innezuhalten und zu überlegen: Was war wirklich wichtig, was hat mit gedient, und wo habe ich mehr Zeit verschwendet als mir lieb war, wo wurde ich gar beraubt? Wo habe ich andere angelogen, weil ich nicht zugeben wollte, daß ich einfach nicht mehr kann!
c. um zu fragen: Warum will ich eigentlich ständig erreichbar sein? Wie wichtig ist mir Aufmerksamkeit? Gerade als Christ gilt: In erster Linie bin ich nicht, weil maile, simse, oder mich jemand anruft. Ich bin, weil Gott mich anspricht, mir begegnet und mir gegenübersteht. Bin ich in meiner ständigen Erreichbarkeit noch erreichbar für Gott? Das Ich ist, wie Buber es ausdrückt, nur im Grundwort Ich-Du.
d. um dem Menschen Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, dem sie gerade gebührt. Wenn ich ständig ein Gespräch, eine Gemeinschaft, eine Versammlung verlasse, weil mein Handy klingelt, dann mag es für dich aufregend sein, deinen Mitmenschen signalisierst du jedoch: du bist mir jetzt nicht so wichtig. Die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit führt oft zum Fehlverhalten anderen gegenüber. Auch gegenüber Gott, wenn ich z. B. mitten im Gottesdienst simse.
e. um Information wieder sinnvoll registrieren, verarbeiten und ver- bzw. bewerten zu können
Ständige Erreichbarkeit ist ein Luxus unserer Zeit und er ist oftmals von Nöten. Wahrer Luxus ist jedoch technisch unerreichbar zu sein und im gleichen Augenblick für jemanden da zu sein. Wissen ist noch kein Leben!
In diesem Sinne, mach ich jetzt den Computer aus und Du?
Schalt doch mal aus!
Gepostet von
Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
unter
11:54
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Mittwoch, 9. April 2008
Gott ist auf der Suche nach einem aufrichtigen Herzen
… oder … Warum frommes Getue bei Gott nicht zieht!
Hab vor kurzem ein bisschen über Jes 58 nachgedacht. Worum geht es in dem Text? Gott zeigt dem Volk Israel am Beispiel des Fastens auf, wie sie Gottes Verständnis von einem wahren geistlichen Leben, ausgehöhlt und ritualisiert haben. Das Fasten entspringt nicht mehr aus einer liebenden, demütigen Herzenshaltung gegenüber Gott. Jetzt ist es ja nicht so, daß Israel nicht Gottes Nähe gesucht hat. Nein, sie suchten seinen Willen zu erfragen, doch sie tun dies mit frommen Ritualen und sie spielen sich auf, als wären sie die Gerechtigkeit selbst und meinen sie hätten das Recht Gottes Wege zu erfahren.
,Herr, wir sind doch so fromm!! Wir tun doch was du uns geboten hast. Doch das Fasten geschieht allein zum Selbstzweck, es beinhaltet kein geistliches Ansinnen. Sie fasten und doch gleichzeitig kümmern sie sich um ihre Geschäfte, treiben ihre Arbeiter voran, Profit steht im Vordergrund. Trotz des Fastens vor Gott, trotz eines eigentliche geistlichen Aktes, streiten sie sich, hadern und schlagen mit gottloser Faust zu d. h. sie sind Anderen gegenüber ungerecht.
Und Gott fragt sie: Ihr wundert euch, wenn ich mich nicht rühre, bei dem Mist, den ihr hier abzieht? Ihr wundert euch, wenn ich euer Gebet nicht erhöre, bei der frommen Show? Bleibt mir bloß vom Acker, ihr Pfeifen!
Anschließend führt Gott Israel vor Augen, welche Frucht ein wirkliches Fasten, welche Frucht eine wahre geistliche Haltung, ein aufrichtiges Herz hervorbringt. Es passiert das Gegenteil: nicht Streit, sondern Versöhnung, nicht Unrecht, sondern Gerechtigkeit, der Blick weg von sich selbst hin zu den Nöten um sie herum.
Ich meine die Diskrepanz, also die Widersprüchlichkeit zwischen dem was getan wird und dem wie es um das Herz des Menschen wirklich bestellt ist in diesem Text nicht zu übersehen. Was lernen wir daraus?
Sind wir Christen doch ehrlich. Auch wir haben es faustdick hinter den Ohren, oder? Auch wir haben sie doch drauf, all die frommen Dinge, oder? Ich meine viele sind doch alte Hasen. Wir brauchen sie doch nur abrufen all unsere frommen Sachen. Wir wissen doch wie der Laden läuft, oder? Wir beherrschen doch das fromme Vokabular. Wir können reden, wie ein Christ redet. Wir können singen, wie ein Christ eben singt. Wir können beten, unsere Arme erheben, theologisch- biblisch korrekte Meinungen äußern, Lobpreis machen, in Fürbitte stehen, predigen, in Diensten stehen.
,Doch all dies sagt noch nichts darüber aus, ob ich Jesus von ganzem Herzen nachfolge, wie es um mein Herz wirklich bestellt ist.' Es sagt zunächst nur etwas darüber aus, daß und wie oft ich etwas tue'
Denn gleichzeitig können wir so böse, so daneben, ein Sturkopf sein, zerstritten und unversöhnlich, mit gottloser Faust zuschlagend. Wir halten Fürbitte und können doch gleichzeitig so egoistisch sein. Wir können je nach geistlicher Prägung zwei Stunden in den gesalbtesten und höchsten Schwingungen Halleluja und in fremden Sprachen beten und gleichzeitig können uns die Belange und Nöte der Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung so scheiß egal. Und das Schlimme daran ist, daß wir nicht nur religiös sein können, sondern wir auch noch die Formen der Frömmigkeit dazu benutzen, um unser wahres Gesicht zu verbergen. Ja, unser Christentum ist perfekt, aber ist darin auch Christus zu finden?
"Nein - ein Fasten (ein Herz), das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangenhaltet, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei, und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!" Jes 58,6+7
… oder … Warum frommes Getue bei Gott nicht zieht!
Hab vor kurzem ein bisschen über Jes 58 nachgedacht. Worum geht es in dem Text? Gott zeigt dem Volk Israel am Beispiel des Fastens auf, wie sie Gottes Verständnis von einem wahren geistlichen Leben, ausgehöhlt und ritualisiert haben. Das Fasten entspringt nicht mehr aus einer liebenden, demütigen Herzenshaltung gegenüber Gott. Jetzt ist es ja nicht so, daß Israel nicht Gottes Nähe gesucht hat. Nein, sie suchten seinen Willen zu erfragen, doch sie tun dies mit frommen Ritualen und sie spielen sich auf, als wären sie die Gerechtigkeit selbst und meinen sie hätten das Recht Gottes Wege zu erfahren.
,Herr, wir sind doch so fromm!! Wir tun doch was du uns geboten hast. Doch das Fasten geschieht allein zum Selbstzweck, es beinhaltet kein geistliches Ansinnen. Sie fasten und doch gleichzeitig kümmern sie sich um ihre Geschäfte, treiben ihre Arbeiter voran, Profit steht im Vordergrund. Trotz des Fastens vor Gott, trotz eines eigentliche geistlichen Aktes, streiten sie sich, hadern und schlagen mit gottloser Faust zu d. h. sie sind Anderen gegenüber ungerecht.
Und Gott fragt sie: Ihr wundert euch, wenn ich mich nicht rühre, bei dem Mist, den ihr hier abzieht? Ihr wundert euch, wenn ich euer Gebet nicht erhöre, bei der frommen Show? Bleibt mir bloß vom Acker, ihr Pfeifen!
Anschließend führt Gott Israel vor Augen, welche Frucht ein wirkliches Fasten, welche Frucht eine wahre geistliche Haltung, ein aufrichtiges Herz hervorbringt. Es passiert das Gegenteil: nicht Streit, sondern Versöhnung, nicht Unrecht, sondern Gerechtigkeit, der Blick weg von sich selbst hin zu den Nöten um sie herum.
Ich meine die Diskrepanz, also die Widersprüchlichkeit zwischen dem was getan wird und dem wie es um das Herz des Menschen wirklich bestellt ist in diesem Text nicht zu übersehen. Was lernen wir daraus?
Sind wir Christen doch ehrlich. Auch wir haben es faustdick hinter den Ohren, oder? Auch wir haben sie doch drauf, all die frommen Dinge, oder? Ich meine viele sind doch alte Hasen. Wir brauchen sie doch nur abrufen all unsere frommen Sachen. Wir wissen doch wie der Laden läuft, oder? Wir beherrschen doch das fromme Vokabular. Wir können reden, wie ein Christ redet. Wir können singen, wie ein Christ eben singt. Wir können beten, unsere Arme erheben, theologisch- biblisch korrekte Meinungen äußern, Lobpreis machen, in Fürbitte stehen, predigen, in Diensten stehen.
,Doch all dies sagt noch nichts darüber aus, ob ich Jesus von ganzem Herzen nachfolge, wie es um mein Herz wirklich bestellt ist.' Es sagt zunächst nur etwas darüber aus, daß und wie oft ich etwas tue'
Denn gleichzeitig können wir so böse, so daneben, ein Sturkopf sein, zerstritten und unversöhnlich, mit gottloser Faust zuschlagend. Wir halten Fürbitte und können doch gleichzeitig so egoistisch sein. Wir können je nach geistlicher Prägung zwei Stunden in den gesalbtesten und höchsten Schwingungen Halleluja und in fremden Sprachen beten und gleichzeitig können uns die Belange und Nöte der Menschen in unserer unmittelbaren Umgebung so scheiß egal. Und das Schlimme daran ist, daß wir nicht nur religiös sein können, sondern wir auch noch die Formen der Frömmigkeit dazu benutzen, um unser wahres Gesicht zu verbergen. Ja, unser Christentum ist perfekt, aber ist darin auch Christus zu finden?
"Nein - ein Fasten (ein Herz), das mir gefällt, sieht anders aus: Löst die Fesseln der Menschen, die ihr zu Unrecht gefangenhaltet, befreit sie vom drückenden Joch der Sklaverei, und gebt ihnen ihre Freiheit wieder! Schafft jede Art von Unterdrückung ab! Gebt den Hungrigen zu essen, nehmt Obdachlose bei euch auf, und wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft, gebt ihm Kleider! Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen!" Jes 58,6+7
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Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
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Spiritualität
Freitag, 4. April 2008
Auf ein Wort in Sachen Bibelübersetzung
"Missverständnisse und Verstehensschwierigkeiten gehören in der Heiligen Schrift (vor allem im Johannesevangelium) und in der Geschichte der Kirche zu den sachlich notwendigen, im Hiatus zwischen glaubender Germeinde/Reich Gottes und Welt, in der Differenz zwischen lebendigem Gott und sich gegen seine Herrschaft auflehnenden ,natürlichen Menschen begründen kommunikative Grundkonstellationen. Sie sind nicht auszuräumen, stellen im Gegenteil einen fruchtbaren Anstoß für Kommunikation dar." Heinzpeter Hempelmann, Worttreu oder leserfreudlich: Grundfragen der Bibelübersetzung, Brockhaus, 2005.
Zitat von Hempelmann gegen eine pragmatisch - behavioristische Sichtweise im Hinblick auf neuere Bibelüberzetzungen. Hempelmann erachtet es für theologisch inakzeptabel, wenn das Ziel einer Übersetzung nicht mehr Gleichwertigkeit der Worte, sondern nur noch Gleichheit der Wirkung zum Ziel hat. Dabei hat er neuere Übersetzungen wie z. B. Hoffnung für alle im Blickfeld, deren Ziel es sei, auf die Leser möglichst die gleiche Wirkung zu haben, wie sie das Original auf die damaligen Leser hatte. Im Grunde genommen werden hierzu schwierigere Bibelstellen sozuagen harmonisiert bzw. mit aller Macht zum Verstehen gebracht: sonst sind sie nicht wahr, nicht richtig. Somit wird ein Text kommentiert, anstatt ihn zu übersetzen.
Nun ja, aus philosophischer und theologischer Sicht teile ich Hempis Ansicht. Für einen ersten Einstieg zum Bibellesen, halte ich die Hfa dennoch für eine empfehlenswerte Übersetzung. Man muß ja nicht gleich das Kinde mit dem Bade ausschütten, oder?
Allerdings sollte ich, will ich einem Textabschnitt wirklich auf den Grund gehen, ihn näher verstehen, nicht gerade die Gute Nachricht oder die Volxbibel als Hilfe zu Rate ziehen, sondern z. B. auf die Eberfelder, Schlachter, revd. Luther oder Genfer Übersetzunge zurückgreifen, gell.
"Missverständnisse und Verstehensschwierigkeiten gehören in der Heiligen Schrift (vor allem im Johannesevangelium) und in der Geschichte der Kirche zu den sachlich notwendigen, im Hiatus zwischen glaubender Germeinde/Reich Gottes und Welt, in der Differenz zwischen lebendigem Gott und sich gegen seine Herrschaft auflehnenden ,natürlichen Menschen begründen kommunikative Grundkonstellationen. Sie sind nicht auszuräumen, stellen im Gegenteil einen fruchtbaren Anstoß für Kommunikation dar." Heinzpeter Hempelmann, Worttreu oder leserfreudlich: Grundfragen der Bibelübersetzung, Brockhaus, 2005.
Zitat von Hempelmann gegen eine pragmatisch - behavioristische Sichtweise im Hinblick auf neuere Bibelüberzetzungen. Hempelmann erachtet es für theologisch inakzeptabel, wenn das Ziel einer Übersetzung nicht mehr Gleichwertigkeit der Worte, sondern nur noch Gleichheit der Wirkung zum Ziel hat. Dabei hat er neuere Übersetzungen wie z. B. Hoffnung für alle im Blickfeld, deren Ziel es sei, auf die Leser möglichst die gleiche Wirkung zu haben, wie sie das Original auf die damaligen Leser hatte. Im Grunde genommen werden hierzu schwierigere Bibelstellen sozuagen harmonisiert bzw. mit aller Macht zum Verstehen gebracht: sonst sind sie nicht wahr, nicht richtig. Somit wird ein Text kommentiert, anstatt ihn zu übersetzen.
Nun ja, aus philosophischer und theologischer Sicht teile ich Hempis Ansicht. Für einen ersten Einstieg zum Bibellesen, halte ich die Hfa dennoch für eine empfehlenswerte Übersetzung. Man muß ja nicht gleich das Kinde mit dem Bade ausschütten, oder?
Allerdings sollte ich, will ich einem Textabschnitt wirklich auf den Grund gehen, ihn näher verstehen, nicht gerade die Gute Nachricht oder die Volxbibel als Hilfe zu Rate ziehen, sondern z. B. auf die Eberfelder, Schlachter, revd. Luther oder Genfer Übersetzunge zurückgreifen, gell.
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Rüdiger Halder, seines Zeichen konservativer, emergenter Pfingstler.
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